WACHS.FLECHT.BILDER & OBJEKTE
Paula Beyenburgs Bilder haben die Anmutung farbiger Objekte: Durch den Wachsüberzug erhalten die Bilder eine haptische Struktur, ähnlich einer Plastik.
Die WachsFlechtBilder entstehen in mehreren Arbeitsschritten. Am Anfang werden abstrakte Bildsequenzen auf Papier gemalt, die Bogen nach dem Trocknen zerschnitten und als Netz regelmäßiger Bildstreifen neu zusammen gesetzt. Das so entstandene Bild wird auf einen festen Träger aufgebracht - meist objekthafte Holzkonstruktionen - , die Komposition zuweilen durch Collagen und Farbstreifen ergänzt.
Erst dann kommt Industriewachs ins Spiel. Das Material legt sich als Schicht über die Bildstruktur, bringt die Farben zum Leuchten und sorgt für eine Vereinheitlichung der bewegten, haptischen Oberfläche. Anfassen ausdrücklich erlaubt!
Das Flechten läßt sich bis in die Urzeiten der Menschheit zurück verfolgen und gilt als eine der ältesten Gestaltungstechniken. Als Werkzeug dienen fast ausschließlich die Hände. Wenn Paula Beyenburg ihre Bilder zusammen fügt, wird dieser handgreifliche Aspekt des Bildermachens deutlich. Über die Regelmäßigkeit des Flechtens entsteht eine charakteristische Struktur, die sowohl Risiko als auch Chance beinhaltet: Das visuelle Resultat ist nicht wirklich kalkulierbar. Die Farbpartien formen sich zu einem verstrickten, überraschenden Ensemble und regen zur Spurensuche im Bild an.
PAULA BEYENBURG . WACHS.FLECHT.BILDER